Umweltanalytik und Innenraumschadstoffe

Da sich Menschen in unseren Breitengraden zu mehr als 90% ihrer Zeit in Innenräumen aufhalten, können sich Innenraumluftbelastungen besonders gravierend auf die Gesundheit auswirken. In den letzten Jahrzehnten werden immer mehr Bau-, Heimwerker- sowie Haushaltsprodukte wie Montageschäume, Holzschutzmittel oder Insektensprays in privaten Wohnbereichen eingesetzt. Gleichzeitig wird aus Gründen der Energieeinsparung immer luftdichter gebaut. Ein unkontrollierter Luftaustausch mit großen Energieverlusten findet kaum mehr statt. Die Kehrseite der Medaille: durch mangelnde Lüftung können sich Schadstoffe nun in der Innenraumluft anreichern. Schadstoffanreicherungen lassen sich zwar durch regelmäßiges Lüften reduzieren, sind jedoch Quellen im Innenraum vorhanden, werden die Ursachen durch diese Maßnahmen nicht beseitigt.

Gesundheitliche Gefährdungen können in Innenräumen von chemischen und biogenen Schadstoffen ausgehen, bei denen vor allem toxische Langzeiteffekte und allergisierende Wirkungen im Vordergrund stehen. Der Begriff Sick-Building-Syndrome (SBS) hat sich für die Kombination der am häufigsten genannten Beschwerden von Nutzern belasteter Gebäude eingebürgert. Hierzu gehören: Reizung von Augen, Nase oder Rachen, Hautreizungen, neurotoxische Symptome, unspezifische Überempfindlichkeit und Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen.

Auch Geruchsimmissionen können mitunter das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Neben Belästigungswirkungen treten auch körperlich und psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit, Appetitverlust, Konzentrationsschwäche und Benommenheit auf. Nach WHO-Definition ist jedoch auch bei einer Befindlichkeitsstörung durch Geruchsbelästigung von negativen Auswirkungen auf die Gesundheit auszugehen.