Schwarze Wohnungen

Seit ungefähr 10 Jahren wird von plötzlich auftretenden Staubablagerungen in Wohnräumen berichtet, ohne daß es eine erkennbare Ursache für dieses Phänomen gibt. Die Bewohner stehen ratlos in einer plötzlich schwarz gewordenen Wohnung. Tapeten, Schränke, Gardinen, Fensterrahmen, Fliesen oder Einrichtungen sind innerhalb weniger Tage oder Wochen auf unerklärliche Weise von einem grauen oder schwarzen Film überzogen. Oft entsteht der Eindruck, als wäre im Zimmer der Kamin verpufft oder ein Lagerfeuer abgebrannt. Die dunklen Flächen verschmieren wie ein Ölfilm und sind selbst mit scharfen Reinigungsmitteln nur schwer zu entfernen. In diesem Zusammenhang spricht man von fogging oder magic dust. Diese Phänomen legt die Befürchtungen einer Gesundheitsgefährdung nahe und der finanzielle Schaden für die Beseitigung ist beträchtlich.

magic dust ist kein fogging: Der Begriff fogging stammt ursprünglich aus der Automobilindustrie. Man bezeichnete damit die Bildung eines klebrigen Films in Neufahrzeugen als Folge von Ausgasungen mittel- und schwer flüchtiger Kunststoffbestandteile, die sich z.B. an der Innenseite der Scheiben, insbesondere der Windschutzscheibe ablagern und dort zu einem klebrigen Belag führen. Ähnliches kann auch immer wieder bei Schränken beobachtet werden. Ausgasungen aus Möbelstücken führen auf Gläsern, z.B. in einer Vitrine, zu einem milchigem Belag. Bemerkenswert an diesem Effekt ist, besonders im KFZ, dass der milchige Film bleibt ohne eine deutliche Schwärzung (und das selbst im Fahrbetrieb, indem nicht unerhebliche Rußpartikel in den Innenraum gelangen).

magic dust sind keine Schwarzstaubablagerungen: Das besondere Kennzeichen von magic dust ist ein klebrig, grau bis schwarzer schmieriger Film, welcher sich nur mit Aufwand entfernen lässt. Staubablagerungen über von der Luft angeströmten Oberflächen (über Konvektionsheizkörpern, über Halogenlampen, Fußbodenleisten, Möbel, Türspalte etc.) sind nutzungsbedingte Verschmutzungen, welche sich einfach entfernen lassen, da sie nicht klebrig mit dem Untergrund verbunden sind. Untersuchungen mit dem Röntgenelektronenmikroskop zeigen außerdem, dass die schwärzende Schicht in der Größenordnung von Molekularstärken vorliegt. Lichtmikroskopische Untersuchen bestätigen dieses Bild: es handelt sich eher um einzeln verstreute, dunkle Partikel, welche optisch zu einer Schwärzung führen.

Das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesumweltamtes führte 1996 eine erste Bestandsaufnahme durch und machte im Umweltmedizinischen Informationsdienst auf dieses Sscharzstaubphänomen aufmerksam. 1997 startete Moriske eine Fragebogenaktion, mit der versucht werden sollte, die auftretenden Fälle nach einem einheitlichen Muster zu dokumentieren und zentral zu sammeln. Bei der Auswertung der Fragebögen war auffällig, dass es für das Auftreten der Schwarzfärbungen in Wohnungen häufig ähnliche Voraussetzungen gibt: Die Staubablagerungen traten in 92% der Fälle während der Heizperiode auf. In 86% der Fälle waren die Wohnungen zuvor renoviert worden bzw. wurden als Neubauwohnungen bezogen.

Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen aus Gerichtsfällen und Literaturstudien bieten wir eine fundierte Hilfestellung bei magic dust an. Wir können für Sie klären, ob ein akutes Gesundheitsproblem besteht und ob es Hinweise auf den oder die Verursacher des Phänomens gibt.

Veröffentlichungen in der NN, Verfasser/ Nürnberger Nachrichten

Mysteriöser Schwarzstaub in Erlangen
Schwarzer Staub in Schwabach
Ein mysteriöser Angriff auf Wände und Nerven
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